Meine Schwester hatte mich angerufen um mir zu sagen dass Nerma (die Frau die uns geholfen hatte unseren Vater bis zu seinem Tod zu pflegen) in München sei und unbedingt eine Arbeit bräuchte.

Nerma lebte bis zu der zeit (von der hand in den Mund) in kroatien und kümmerte sich ausschliesslich alleine um ihre 95-jährige mutter. sie hatte es allerdings geschafft für eine Woche nach München zu kommen, um in der Zeit einfach schnell geld zu verdienen da es da wo sie lebt keine Arbeit für ihr alter gibt.

 

ich hatte am Telefon überlegt und sagte zu meiner schwester dass Nerma doch einen Tag zu mir kommen könnte und Schnittmuster für die turbaninis vorbereiten kann. Als Nerma kam, stellt sich schnell heraus dass sie im ehemaligen Jugoslawien als Schneiderin tätig war. ich selber hatte noch zuvor nach einer Unterstützung in der turbanini Produktion gesucht.

 

Klar hätte es aus wirtschaftlicher Sicht mehr sinn gemacht irgendwo inkognito auf masse produzieren zu lassen damit ich meine Gewinnmarge um 1 - 2 Euro pro turbanini erhöhen konnte.

 

Der Entschluss stand schnell fest. Nerma stellt seit dem für Laleila die turbaninis her. Ich weiss nicht wer aus heutiger Sicht glücklicher über diese Entscheidung ist. Nerma aus dem Grund da sich ihr Leben nun um einiges erleichtert hat oder ich wegen der Erkenntnis dass man nicht immer die ganze welt retten kann und muss. Aber jeder - sei es auch mit noch so einer kleinen Tat oder Entscheidung - das Leben eines Mitmenschen in irgendeiner form besser machen kann.

 

#Moralstattmarge